Akademisches Fechten

Müsst Ihr fechten?

Studentenverbindungen vertreten unterschiedliche sogenannte Fechtstandpunkte. Diese unterscheiden sich in nichtschlagend, freischlagend, fakultativ schlagend und pflichtschlagend.

Wir sind fakultativ schlagend. Jedes Mitglied bekommt Fechtunterricht, die sogenannten Paukstunden. Beim Pauken tragen wir Schutzkleidung und einen Helm, somit sind Verletzungen ausgeschlossen. Ziel des Paukunterrichts ist die sogenannte technische Mensurreife – gewissermassen ein Fechtschein. Diese wird von einem Fechtmeister abgenommen und bestätigt einem die Fähigkeit, sich einer scharfen Mensur stellen zu können.

Das Stellen einer solchen Partie ist aber jedem freigestellt.

Was ist eigentlich genau eine Mensur? Wie muss ich mir das vorstellen?

Das Mensurfechten (auch: studentisches Fechten oder akademisches Fechten) ist ein reines Hiebfechten (d.h. es wird nicht gestochen, wie z.B. beim olympischen Fechten). Die Fechter stehen sich in einem festen Abstand gegenüber. Dieser Abstand ist die Mensur (von lat. mensura, Maß). Der Ausdruck wurde dann insgesamt auf diese Art des studentischen Fechtkampfs übertragen.

Das Einzige, was sich bewegt, ist der Fechtarm. Die Kunst besteht darin, gleichzeitig einen Hieb auszuführen und dabei trotzdem gedeckt zu bleiben. Gefochten wird mit scharfen Waffen und entsprechender Schutzkleidung nach einem festen Regelwerk, dem Comment.

Mit scharfen Waffen? Ist das nicht ziemlich gefährlich?

Nein. Ernste Verletzungen sind ausgeschlossen. Der Paukant ist bei der Mensur durch entsprechende Schutzkleidung geschützt. Er trägt Kettenhemd, Halsbandage, Armschutz (Stulp), einen Mensurhandschuh mit Ketteneinlage und eine Röhrenbrille mit Nasenblech.

Darüber hinaus ist man durch die Fechtweise stets gedeckt, es sei denn es mangelt an Kondition. Bei der Baltia-Gotia legen wir Wert darauf, dass jeder Paukant vor seiner Mensur optimal vorbereitet ist.

Es geht beim Fechten auch nicht darum den anderen zu verletzen. Es ist ein Fechten miteinander, nicht gegeneinander. Die Möglichkeit, dass du bei der scharfen Mensur verletzt werden kannst, birgt allerdings den Reiz und verleiht dem Ganzen die entsprechende Ernsthaftigkeit. Eine Herausforderung, der man sich stellen kann, aber natürlich, wie bereits erwähnt, nicht muss.

Und mit wem ficht man?

Grundsätzlich mit Angehörigen anderer Verbindungen, nie gegen Mitglieder des eigenen Bundes. In der Regel werden unsere Partien mit Verbindungen des Waffenrings gestellt. Ein Waffenring ist ein Zusammenschluss von Verbindungen, welche zusammen die Bedingungen und Richtlinien für die Partien als auch die Ausbildung festlegen, sodass allen Paukanten ein ähnlicher Stand gegönnt ist.

Was ist ein Schmiss?

Das ist ein studentischer Ausdruck für eine beim Mensurfechten erhaltene Verletzung und die daraus resultierende Narbe. Der Schmiss ist übrigens heutzutage allenfalls noch ein kosmetisches Problem; funktionelle Störungen muss heute niemand mehr befürchten.

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